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Mikrolaryngoskopie

Die Mikrolaryngoskopie (MLS) ist ein medizinisches Verfahren, das im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bzw. Phonochirurgie (chirurgische Eingriffe am Stimmapparat) Anwendung findet.

Es dient sowohl der diagnostischen Betrachtung als auch der therapeutischen Behandlung des Larynx (Kehlkopf).

Die Mikrolaryngoskopie ermöglicht unter anderem die Entnahme von Biopsien, sowie die vollständige chirurgische Entfernung von benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Veränderungen im Bereich des Larynx.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Abtragung benigner (gutartiger) Gewebeveränderungen – z. B. Fibrome, Hyperkeratosen, Polypen oder Stimmlippenknötchen
  • Reinke-Ödem
  • Entfernung von Narben, Synechien (Verwachsungen)
  • Beurteilung der Tumorausdehnung bei malignen Geschwüren (z. B. bei Stimmlippenkarzinom)
  • Operative Eingriffe am Larynx (Kehlkopf) oder Stimmlippen (Phonochirurgie)
  • Probeexzision (Biopsie)

Vor der Untersuchung/Operation

  • HNO-, bzw. lupenlaryngskopische, evtl. stoboskopische Untersuchung mit Indikationsstellung
  • Ausführliches Aufklärungsgespräch

Der Ablauf

Die Mikrolaryngoskopie erfolgt unter Allgemeinnarkose. Der Patient befindet sich auf dem Rücken liegend, während der untersuchende Arzt hinter seinem Kopf steht.

Der Schultergürtel des Patienten ist leicht erhöht gelagert und der Kopf maximal rekliniert („in den Nacken gelegt“). Falls eine Zahnprothese vorhanden ist, wird diese entfernt. Das gesunde Gebiss des Patienten wird mit einer Zahnschiene geschützt.

Jetzt wird ein spezielles Instrument (Kleinsasser-Rohr) in den Mund des Patienten an der Zunge vorbei zum Larynx vorgeschoben. Sobald das Kleinsasser-Rohr korrekt platziert ist, wird es mit einer Bruststütze auf der Brust des Patienten fixiert.

Anschließend wird entweder ein Operationsmikroskop vor dem Kleinsasser-Rohr platziert oder ein Endoskop hindurch geschoben, damit der Operateur die gewünschte Sicht auf den Kehlkopf erhält.

Nun können neben der Inspektion auch chirurgische Eingriffe im Bereich des Larynx durchgeführt werden.

Nach der Untersuchung / Operation

Nach der Mikrolaryngoskopie sollte der Patient seine Stimme schonen, wobei diese Maßnahme von der Art des Eingriffs am Kehlkopfapparat abhängt.

Eventuell kann eine logopädische Behandlung (Sprechtherapie) erfolgen.

Um Reizhusten vorzubeugen, können Antitussiva (Arzneimittel, welches den Husten dämpft bzw. stillt) gegeben werden. Corticosteroide beugen einer gefährlichen Ödem-Bildung (Schwellung) vor. Sollte vor dem Eingriff aufgrund der vorliegenden Erkrankung das Risiko einer Schwellung im Kehlkopf erhöht sein erfolgt der Eingriff stationär.