Diese Webseite verwendet Cookies. So können wir Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis bieten. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Neugeborene-Hörscreening

Das Neugeborene-Hörscreening ist die Messung der Hörfähigkeit eines Neugeborenen wenige Tage nach der Geburt zu testen. Ein gutes Hörvermögen beim Kind im jüngsten Alter ist die wertvollste Voraussetzung für eine normale Sprachentwicklung. Davon hängen vor allem die emotionale und psychosoziale Reifung des Kindes ab.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Schwerhörigkeit im ersten Lebensjahr therapiert werden muss, damit das Kind seine Sprache weitgehend normal entwickeln kann.

Von ca. 1.000 Neugeborenen leidet mehr als eines unter einer ausgeprägten Schwerhörigkeit. Bei Risikokindern liegt die Häufigkeit um etwa das Zehnfache höher. Insgesamt kommen in Deutschland mehr als 1.000 Kinder pro Jahr mit einer beidseitigen Hörminderung zur Welt.

Ohne systematische Untersuchung aller Neugeborenen werden Hörbeeinträchtigungen durchschnittlich erst im dritten Lebensjahr erkannt. Für eine normale Sprachentwicklung kann dies bereits zu spät sein.

Das Verfahren

Das Neugeborenen-Hörscreening besteht aus einer Routineuntersuchung (Stufe 1), die bei negativem Ergebnis wiederholt (Stufe 2) und in Zweifelsfällen mittels weiterer Untersuchungen überprüft wird (Stufe 3).

Zuerst werden die otoakustischen Emissionen (TEOAE) an beiden Ohren getestet. Das sind natürliche Reaktionen des Innenohrs auf Schallreize. Die Untersuchung ist gefahrlos, sie wird an wachen oder schlafenden Neugeborenen durchgeführt.

Oft ist das erste Neugeborenen-Hörscreening noch nicht aussagekräftig, denn im Gehörgang können Reste von Fruchtwasser die Schallleitung beeinträchtigen. Genauso können Störgeräusche von außen oder unruhige Bewegungen der Kleinen das Resultat verfälschen. Der Test wird dann einige Tage später wiederholt.

Sollte auch die Kontroll-Untersuchung Auffälligkeiten ergeben, wird eine automatisierte Form der Hirnstammaudiometrie (AABR oder BERA) durchgeführt. Mit dieser Methode prüft man die nervlichen Prozesse, die bei der Verarbeitung von Geräuschen im Hirnstamm ablaufen.

Sollte danach eine Hörstörung immer noch nicht komplett ausgeschlossen sein, muss das Baby in speziellen Einrichtungen weiter untersucht werden. Das sind beispielsweise Kinder- oder HNO-Kliniken mit Spezialisten für kindliche Hörstörungen.

Aus den Untersuchungsergebnissen lässt sich eine klare Aussage über den Grad der Hörbeeinträchtigung treffen.

Ihr Nutzen

Bis zum dritten Lebensmonat sollte eine eindeutige Diagnose einer Hörbeeinträchtigung stehen, damit man möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate eine individuelle Therapie beginnen kann.